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Mittwoch, 25. Januar 2012

Über Twitter als Flurfunk für Journalisten


Normalerweise kritisiert kein Journalist den anderen. Medienschelte ist out. Seit der Affaire Hildebrand scheint sich aber ein neuer Trend anzubahnen. Journalisten kritisieren ihre Kollegen. Zwar nicht in der Zeitung, denn das ist weiterhin verpönt. Doch es geht auch anders. Es wird getwittert ganz persönlich und gemault und gelobt was das Zeug hält. Dieser Flurfunk kann abonniert werden von allen. Seither ist es spassig zu lesen, was die Medienwelt wirklich denkt. Auch hinter der veröffentlichten Medienmeinung steckt eine persönliche interne Meinung. Diese neue Dimension könnte als meta-Berichterstattung bezeichnet werden. Lesbar wird, was Journalisten wirklich denken. Die NZZ bezeichnet es als Flurfunk auf einer öffentlichen Frequenz. Dieses Radio könnten auch Unternehmenskommunikatoren ab und zu andrehen mit Gewinn... -> mehr

Donnerstag, 19. Januar 2012

Über Twitter-Monitoring

Twitter-Monitoring focussiert und integriert qualitativ höchststehende Information. Der Kurznachrichtendienst bietet die intelligenteste Methodik zur Sicherung des erfolgsichernden Informationsvorsprungs. ONE TO ONE hilft bei der Entwicklung einer massgeschneiderten Treffermethodik und bietet aktuelle pdfs in Übersicht. ->mehr

Mittwoch, 18. Januar 2012

Über das Lehrstück Hildebrand

Beatrice Tschanz fand das Auftreten von Philipp Hildebrand deshalb so stark, weil er sich mit seinem Ausspruch "ich habe nie gelogen" in Gegensatz zum "Lehrbuch" der Kommunikatoren stellte. Denn dieses sage, man solle den Vorwurf (hier: Lügner!) nicht mit eigenen Worten wiederholen. Nun, die Causa zeigt eben, dass Kommunikation nicht "gelernt" werden kann wie irgendein Handwerk. Und es nicht ein "Richtig" oder "Falsch" gibt. Doch eine Richtschnur gilt immer: Wer redlich ist und redlich handelt, hat nichts zu befürchten. Und umgekehrt hilft auch keine noch so clevere "Kommunikation" etwas zu beschönigen. Die Aufgabe der Kommunikation besteht im Grunde genommen darin, zu überzeugen, dass durch Kommunikation viel Schlimmeres verhindert werden kann, aber es unmöglich ist, ein Vergehen ungeschehen zu machen. -> mehr

Dienstag, 10. Januar 2012

Über Primeurs

Mal angenommen: Wir haben eine News, und die soll erst zum Tag X raus. Jetzt hat aber einer Wind von der Sache gekommen. Der Journalist ruft an und sagt: "Stimmt es, dass?". Nach der ersten inneren Verbaltirade, bei der wir alle Heiligen und Unheiligen anrufen, um unserem Ärger Luft zu verschaffen, fragen wir uns ganz ruhig: Was tun? Hier eine Liste von Möglichkeiten. Zuvor allerdings möchte ich ein bisschen ethisch ausholen. Im Zeitalter des Free Flow of Information ist es fast nicht mehr möglich, etwas geheim zum halten. Informationen sind wie Dollarnoten. Sie sind Zahlungsmittel im Aufmerksamkeitsmarkt. Wer Journalisten mit Primeurs füttern kann, wird auch von diesen wieder mal mit Aufmerksamkeit gefüttert. Wettern über Leakers hilft also nicht weiter. Der Reiz ist einfach zu gross und die Konkurrenz um Aufmerksamkeit auch. Als offizielle Stelle und eigentlicher Eigentümer der Information ist der korrekte Weg der, alle Journalisten gleichzeitig am richtigen Datum zu informieren. Eine ungleiche Streuung der News kreiert Ärger bei den Übergangenen. Nicht immer aber ist dieser Ärger berechtigt. Denn Konkurrenz belebt bekanntlich in der freien Marktwirtschaft jedes Geschäft und fleissige Journalisten, die proaktiv recherchieren und um Primeurs kämpfen, sollen ja auch nicht... Doch hier kommts. Vielleicht sollten sie eben DOCH entmutigt werden. Sie sollten ihre Energie darauf verwenden, öffentliche Informationen einzuordnen, zu hinterfragen, in Zusammenhänge zu stellen und so weiter. Das wäre das Berufsprofil des modernen Journalismus (vgl. früheren Blog-Eintrag). Allerdings dient diese edle Sicht der Dinge nicht immer dem eigenen Zweck der hohen Aufmerksamkeit, die besser erreicht wird, wenn ein publikumswirksames Medium mit hoher Reichweite halt prominent berichtet über uns. Dies tut, es aber nur dann, wenn nicht alle anderen die selben Informationen haben. So ist man versucht, dennoch dem Rechercheur zu dienen und den Pakt mit dem Teufel zu schliessen. Die interne Clientel und die anderen Medien werden hintangestellt. Allerdings bewirkt die Verärgerung der eigenen Mitstreiter womöglich einen höheren Verlust als jener Gewinn darstellt, wenn einmal eine schöne Geschichte in einem auflagenstarken Medium erscheint. Somit ist das Abwägen der Vor- und Nachteile heikel. Doch nun zu den Möglichkeiten.

1. - Abtauchen, nichts sagen, auf Zeit spielen. Die Geschichte kann ohne offizielle Bestätigung nicht erscheinen. Risiko: Geschichte erscheint dennoch aber verzerrt, sie enthält Verweis auf hartnäckige Zeugen, und den Hinweis, von der Rennleitung sei niemand erreichbar gewesen.

2.- Genau sagen "was ist".

3.- Eine Medienmitteilung an ALLE Journalisten verfassen mit den Aussagen "was ist". Primeur-Killer. Die korrekteste Methode, die den zuerst recherchierenden am nachhaltigsten verärgert und auf die Gegenseite drängt (so eine gibt es immer).

4. Mit dem Journalisten einen Deal schliessen. Er soll dann mal ausführliche Informationen einen Tag vor allen anderen erhalten, vorausgesetzt, er schweigt jetzt noch ein bisschen. Heikel. Was passiert, wenn am Tag danach noch ein anderer Journalist Wind erhält? Wer hat dann den Vortritt? Der zuerst kam natürlich.

5. Um den Brei herum reden. Die am häufigsten angewandte Methode. Bringt nicht wirklich viel. Riskiert wird eine verzerrte Fehlmeldung, deren Korrektur ziemlich schwierig ist.

Fazit: Wenn etwas draussen ist, das wirklich stimmt, führt kein Weg daran vorbei: Es muss bestätigt werden. Im heutigen Zeitalter des freien Flusses an Information haben wir wirklich keine Möglichkeiten mehr, etwas zu verheimlichen. Ob wir wollen oder nicht. Wir müssen unsere Kommunikationsstrategie halt überdenken.